Dienstag, 25. August 2009

Arbeitslosigkeit

Diesen beiden Sätzen möchte so nicht zustimmen. Bei etwa 6 Millionen Arbeitslosen in Deutschland kann dies unmöglich auf jeden zutreffen. Nicht jeder verliert seine Arbeit durch Eigenverschulden (z.B. Unzuverlässigkeit, ständige Fehltage, Trunkenheit im Dienst, Diebstahl). Es gibt in Zeiten der Wirtschaftskrise genügend andere Gründe, seinen Arbeitsplatz zu verlieren: Rationalisierungen wegen schlechter Auftragslage (vor allem in Zulieferfirmen) oder Insolvenzen der Arbeitgeber. Auch Arbeitsunfähigkeit durch chronische Krankheiten, Unfälle oder altersbedingte Einschränkungen ist in unserer, auf Jugend und Gesundheit fixierten Gesellschaft ein Grund zur Kündigung.
Auch wer im Anschluss keine Beschäftigung findet, ist nicht als faul einzustufen. Auch auf diesem Gebiet hat sich einiges geändert. Noch vor ca. 20 Jahren war es relativ leicht, wieder Arbeit zu finden. Da hatte dieser Satz: "Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit" wenigstens teilweise seine Berechtigung. Doch heutzutage, in den Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise gibt es bei dem geringsten Handicap Schwierigkeiten, eine neue Stelle zu finden. Diese können verschiedenster
Natur sein:
- die allgemeine Marktlage (zu wenige Stellen für zu viele Bewerber)

- körperliche Einschränkungen durch Krankheit, Unfälle, Behinderungen oder Alter
- persönliche Einschränkungen wegen Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen,
Führerscheinlosigkeit oder geringer Umzugsunfähigkeit wegen Hausbesitzes
- fehlende Qualifikationen: Immer öfter werden Fachkräfte aus dem Ausland eingesetzt
(z.B. aus Indien)
- Dumpinglöhne, die von einem Teil der Bevölkerung akzeptiert werden
Mitschuld an solchen falschen Eindrücken der Arbeitslosen sind Menschen wie Arno, zu finden bei Hartz IV-Blog: Arbeitslos und Spaß dabei.

1 Kommentar:

  1. Ich stimme dir völlig zu. Aber welche zwei Sätze? Die Ausdrücke wie "Wer Arbeitslos ist, ist selber schuld" kommen von Leuten, die noch nie mit Arbeitslosigkeit zu tun hatten und von der Realität völlig entfernt sind.
    Besserwisserin.

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